Storm Hunter Ödnis

Aber gerade habe ich mir einen länger schon existierenden Traum erfüllt: Endlich Storm Hunters sehen,ein Film über Tornados / Tornadoaffine – Also ein Film, der wie die Faust aufs Auge zu mir passt! Wer liebt es nicht, wenn alles in die Luft fliegt und im namenlosen Kaff ordentlich Bumms gemacht wird.

Storm Hunters spielt in einer Distopie, einer krankhaft medialisierten Welt, in der alle ihre Umwelt durch die Kamera erfahren. Die Pseudo-Amateuraufnahmen werden zum Film zusammenflickt. Ein inkonsequent eingesetzes Stilmittel. Ständig gehen Aufzeichnungen durch Tod-durch-Tornado verloren und trotzdem können wir diese sehen. Paradox, nicht wahr? Es gibt zum Beispiel Jacob, den Schisser in der Truppe der Storm Hunter, der im Feuertornado filmt und dabei ordentlich geburnt wird. Wieso kenne ich seine Aufnahmen? Er wurde mit seiner Kamera eingeschmolzen und ihre Asche in alle Winde verteilt.

Wieso Jacob sowas Dummes macht? Nun, Jacob ist Mitglied der Ningelbande namens Storm Chaser, die sich um Pete herum angesammelt hat wie Müll um einen Pfosten im Hafen. Ständig am Streiten fahren sie ziellos umher und mühen sich vergeblich ab, Tornados zu filmen. Absurderweise ist eine „Tornadosexpertin“, also eine Meteorologin, auch dabei. Ihre Aufgabe ist es „die Daten“ auszuwerten und daraus ableiten soll, ob und wo ein Tornado entsteht. Die Meteorologin lebt getrennt von ihrem Kind in einer sadomasochistischen Arbeitsbeziehung mit Pete, dessen Charakter flach wie die Weite des Mittleren Westens ist und sein Umgang mit Menschen hässlich und unsensibel. Pete definiert sich über seinen „Titus“, eine Art hochmoderne Wetterstation gepaart mit einem Panzer und sein größter Traum ist es, von einem Tornado im Titus durchgerüttelt zu werden. Als Kind saß ich gerne auf der laufenden Waschmaschine – ist wahrscheinlich ein ähnlich erhebendes Gefühl. Das Schicksal führt die Truppe der Storm Chaser mit Action Dad zusammen, der alles auf sich nimmt, um seine pubertierende Brut am Leben zu halten. Einige Nebencharaktere beißen ins Gras und zum Schluss wird Pete in den Wahnsinnstornado gesaugt, jenseits der planetarischen Grenzschicht geschleudert und hat noch mal eine schöne Aussicht, bevor er auf der Erde zerschmettert wird. Tja. Das ist tatsächlich der Film. Eine Handlung innerhalb der cinematographischen Todeszone.

Es tut mir wirklich im Herzen weh, wirklich. Ich liebe Tornadofilme. Tornados sind eine prima Angelegenheit, wenn es darum geht Irrsinn auf Spitze zu treiben. Sei es durch die Kreuzung mit Haien, wie in „Sharknado“ oder einfach nur „Twister“. Aber „Storm Hunters“ ist einfach nur banal und bietet, bis auf die animierte Zerstörung, keine Unterhaltung.

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